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Hip Hop!

Alle tanzen dazu, hören es, reden darüber... aber was ist eigentlich Hip Hop? Denk bloß nicht, dass es nur ums Tanzen geht – Hip Hop ist viel mehr!

Hip Hop entstand in den 1970er Jahren, als Ausdruck der Straßenkultur im South Bronx, einem armen Viertel in New York, das von Gewalt, Drogen und Kriminalität geprägt war. Inmitten dieses sozialen und urbanen Chaos fingen Gruppen von kreativen, aber mittellosen Jugendlichen an, einen neuen Stil zu entwickeln, der das Konzept von Kunst komplett umkrempelte und es auf eine ursprüngliche, reine Ebene zurückführte. Von Musik bis Tanz, von Malerei bis zum Leben selbst: Kunst wurde als spontane und explosive Kreation gesehen, überall und jederzeit, losgelöst von kommerziellen Interessen. Die Pioniere dieser neuen Kultur nannten sich „bboys“ (ein Begriff, der heute noch für Hip-Hop-Fans benutzt wird), also die „Bronx Boys“, aber auch „Black Boys“, „Bad Boys“, „Break Boys“ oder „Boogie Boys“ – die, die bei den „Block Parties“ (Straßenfeste, die die Nachbarschaft zusammenbringen) tanzen. Mädchen wurden „Fly Girls“ oder „B-Girls“ genannt.

Diese neue kulturelle Bewegung brachte vier künstlerische Ausdrucksformen hervor: Rap, die musikalischen Kompositionen der DJs, Graffiti und Breakdance.

Breakdance ist ein Tanzstil, der auf der Straße aufgeführt wird: Drehungen auf den Knien, dem Rücken oder sogar auf dem Kopf, abgehackte Bewegungen, akrobatische Schritte und vor allem Bodenkontakt... WOW!!! Mega cool! Zusammen mit Breakdance entwickelte sich das „Electric Boogie“, das Bewegungen von Pantomimen und Robotern beinhaltet. In den 1980er Jahren wurde Breakdance Teil der Black Power Bewegung, um das Problem der Gewalt zwischen rivalisierenden Gangs anzugehen: Die Vorherrschaft in einem Gebiet wurde nicht mehr durch blutige Kämpfe entschieden, die oft tragisch endeten, sondern durch Breakdance-Battles, bei denen die Gang mit den besten akrobatischen und technischen Fähigkeiten gewann. So schufen Tanz, Malerei, Musik und Rap einen neuen Raum, um die Hierarchie im Ghetto zu definieren.

Der Rapper, der schnell einen Text im Slang singt oder vorträgt, spricht direkt zu seiner Community und wird zu ihrem Sprachrohr. Texte über das eigene Viertel und die Realität auf der Straße vor einem Publikum zu rappen, bedeutet, einen Raum für Protest und Meinungsfreiheit zu schaffen, der oft von den Medien verweigert wird.

Als Musikstil besteht Rap aus der Interaktion des Rappers mit Tracks, die von einem DJ manipuliert werden, indem er die Schallplatte mit der Hand stoppt und loslässt: Die technische Revolution der DJs entstand genau in diesem soziokulturellen Kontext von Hip Hop. Kool Herc war der erste, der zwei identische Platten auf den Turntables benutzte, um den gleichen Rhythmus unendlich lange zu verlängern, wie er wollte. Afrika Bambaataa war einer der ersten DJs, die „Scratching“ verwendeten – eine Technik, die zufällig von DJ Grand Wizard Theodore erfunden wurde und bei der der typische Klang einer zerkratzten Platte entsteht. Dieser Sound ist heute in vielen Tracks zu hören, nicht nur in der Hip-Hop-Musik.